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UNTERSTÜTZUNG PROJEKT LIBANON

2025-131-LBN-SDG 4 / Borderfree Association

SDG 1: Keine Armut

Borderfree Association, Chur, Schweiz

Land / Ort

Libanon / Chtoura/Marj

Der Libanon liegt im Nahen Osten und grenzt an Syrien und Israel sowie an das Mittelmeer. Das Land zählt rund 6 Millionen Einwohner und ist historisch sowie kulturell vielfältig geprägt. Die Hauptstadt Beirut ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. In den letzten Jahren ist der Libanon jedoch von einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise betroffen, die grosse Teile der Bevölkerung in Armut gestürzt hat.

Der Libanon weist weltweit die höchste Anzahl an Geflüchteten pro Kopf auf. Rund 1,5 Millionen Menschen aus Syrien leben im Land, hinzu kommen palästinensische Geflüchtete. Besonders betroffen sind die Regionen ausserhalb der Städte, in denen viele Menschen in informellen Zelt-Siedlungen leben.  

Die Region Chtoura/Marj liegt in der Bekaa-Ebene nahe der syrischen Grenze auf der Hauptverbindung von Beirut nach Damaskus (Hauptstadt von Syrien). In dieser Region befinden sich zahlreiche Flüchtlingscamps, deren genaue Anzahl nicht bekannt ist, Schätzungen gehen jedoch von mindestens 60 aus. Die Lebensbedingungen sind prekär, und der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung ist stark eingeschränkt.

 

Allgemein

Die Borderfree Association ist ein konfessionell und politisch unabhängiger Schweizer Verein mit Sitz in Chur. Seit der Gründung im Jahr 2015 setzt sich die Organisation dafür ein, das Leben, die Gesundheit und die Würde von Menschen in Not zu schützen, insbesondere von Geflüchteten. Im Zentrum steht dabei stets das individuelle Schicksal der betroffenen Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion oder persönlichen Umständen.  

Borderfree Association arbeitet flexibel und bedarfsorientiert und ist direkt vor Ort aktiv. Seit 2021 ist die Organisation im Libanon mit einer mobilen medizinischen Klinik in verschiedenen Camps tätig und leistet dort grundlegende medizinische Versorgung. Aufbauend auf dieser Erfahrung wurde ein Bildungsprojekt entwickelt, das gezielt auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingeht.

 

Begünstigte

Das Projekt richtet sich an rund 215 Kinder und Jugendliche im Alter von etwa 5 bis 17 Jahren, die in vier informellen Zelt-Siedlungen in der Region Chtoura/Marj leben. Viele dieser Jungen und Mädchen sind aus Syrien geflüchtet und wachsen unter extrem schwierigen Bedingungen auf. Eine Möglichkeit zur Schulausbildung gibt es für sie meist nicht. Obwohl der libanesische Staat grundsätzlich Schulplätze zur Verfügung stellt, verhindern Überbelegung, Kosten für Transport und Schulmaterial, Sprachbarrieren sowie fehlende offizielle Dokumente häufig einen regelmässigen Schulbesuch.  

In den Flüchtlingscamps fehlt es zudem an stabilen Strukturen, die den Alltag der Kinder prägen könnten. Die Lebensbedingungen sind unsicher, und viele Familien leben in extremer Armut. Die angebotenen Lernräume schaffen deshalb nicht nur Zugang zu Bildung, sondern auch einen geschützten Ort, der Struktur, Stabilität und Perspektiven bietet.

 

Projektunterstützung

Projekt: Temporary Learning Spaces (TLS) in Chtoura/Marj

Die Borderfree Association plant den Aufbau und Betrieb von vier Temporary Learning Spaces (temporäre Lernräume). Da im Libanon der Bau fester Infrastruktur in solchen Siedlungen meist nicht erlaubt ist, stellen temporäre Lernräume eine flexible und realisierbare Lösung dar. Sie ermöglichen wohnortnahen Unterricht und vermeiden lange und oft unsichere Schulwege.  

Das Projekt basiert auf einem bereits erfolgreich durchgeführten Pilotprojekt, bei dem Unterricht, Workshops und ergänzende Angebote durch Freiwillige kombiniert wurden. Nun werden vier Lernräume aufgebaut, in denen der Unterricht für die Schüler in zwei Schichten stattfindet und auf unterschiedliche Lernniveaus abgestimmt ist. Zudem nutzen an den Nachmittagen etwa 30 analphabetische Frauen die Räumlichkeiten, um lesen und schreiben zu lernen.

Zu Beginn des Projekts werden die notwendigen Genehmigungen eingeholt sowie Lernmaterialien und Ausstattung beschafft. Gleichzeitig werden acht Lehrpersonen rekrutiert und die Familien in den Camps über das Bildungsangebot informiert. Die Projektleitung erfolgt durch ein erfahrenes Team vor Ort sowie durch die Koordination in der Schweiz.

Ziel ist es, sichere und kindgerechte Lernorte zu schaffen, den gleichberechtigten Zugang für Jungen und Mädchen zu gewährleisten und den Übergang in das reguläre Bildungssystem zu erleichtern. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Zukunftsperspektiven der Kinder und Jugendlichen.

--------Fotos: Jonathan Labusch

Website
Borderfree Association